So sperrt Ihr Apps mit einem Extra-Passwort

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  1. App-Lock-Apps
  2. Bordmittel
  3. Android-Features

1. App-Lock-Apps

Im Google Play Store wimmelt es vor Anwendungen, die Eure Apps mit einem zusätzlichen Passwort schützen wollen. Der Suchbegriff “App Lock” liefert dazu dutzende Ergebnisse. Das Problem: Es gibt keine quelloffene Gratis-Software in dieser Richtung. Das heißt, alle dort verfügbaren App-Sperren können unter Umständen Euer Nutzungsverhalten ausspähen und an Ihre Autoren und Dritte weitergeben. Daher empfehlen wir ausdrücklich, zunächst die unten gezeigten Bordmittel auszuprobieren. Oft bieten Apps selbst auch solche Schutzmechanismen.

Wir haben uns zwei Beispiele für App-Sperren ausgesucht, die nicht zu viele Berechtigungen von Euch einfordern:

Eine Warnung vorweg: App-Lock-Apps bieten keinen perfekten Schutz vor gewieften Neugierigen. Sie sind manchmal nicht einmal in der Lage, den zuletzt betrachteten Inhalt in einer App komplett zu verbergen. So können die letzten Nachrichten vor dem Erscheinen der Code-Eingabe oder über die Multi-Tasking-Ansicht erspäht werden.

Bis die Android-Oberfläche und die App-Locker perfekt miteinander harmonieren, solltet Ihr auf eine Methode ausweichen, die das Android-System schon ab Werk mitbringt.

Tipp: Sperrt auf jeden Fall die Einstellungen-App sowie den Paket-Installer, sonst kann die App-Lock-App einfach deinstalliert oder zurückgesetzt werden und die Sperre so umgangen werden.

App Lock from Keepsafe

Keepsafe braucht wenige Berechtigungen. Ein Installationsassistent richtet mit Euch eine PIN, ein Muster oder aber den Fingerabdruck ein. Da dieser schon in Eurem Telefon gespeichert ist, müsst Ihr ihn natürlich nicht extra abspeichern.

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App Lock bietet verschiedene Sperrmethoden. / © ANDROIDPIT

Eure E-Mail-Adresse müsst Ihr nicht angeben. Die App verlangt dann, auf Euren Speicher zugreifen zu dürfen. Andernfalls weiß sie nicht, welche App geöffnet wird. In App Lock stellt Ihr ein, welche Apps Ihr sperren wollt.

Das Problem ist, dass die App für einen kurzen Moment immer noch erscheint. In unserem Test mit WhatsApp hat man also kurz Zugriff auf WhatsApp. Das solltet Ihr beachten.

CM Security Antivirus Applock von Cheetah Mobile

Die App funktioniert ähnlich wie App Lock. Ein Entsperrmuster oder ein Fingerabdruck können genutzt werden. Die App will auf Eure Kontakte zugreifen, wir haben dies verweigert. Die App lässt sich dennoch nutzen. Falls Ihr mal Euer Entsperrmuster vergesst, könnt Ihr mit einer Sicherheitsfrage dennoch an Eure Daten.

CM Security Antivirus Applock ist durchdacht. Die App kann sogar Eure Benachrichtigungen verbergen. Aber auch CM ist nicht schnell genug. Einen Blick auf die gesperrte App kann man immer werfen. Leider zeigt die App auch viel Werbung an.

2. Apps sperren mit Bordmitteln

Wie sperre ich Apps auf Samsung-Smartphones?

Bei Samsung-Smartphones könnt Ihr Apps, aber auch Bilder und andere Dateien in dem Sicheren Ordner ablegen. Dieser wird durch einen separaten Code von Eurem Hauptkonto abgeschirmt. Noch nicht einmal mit einem USB-Kabel und einem PC könnt Ihr von außen auf die Daten im sicheren Ordner zugreifen.

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Der Sichere Ordner in Samsung-Smartphones bietet einen wirklich geschützten Bereich. / © AndroidPIT

Die Kapselung hat jedoch zur Folge, dass Ihr WhatsApp oder andere Apps im sicheren Ordner komplett neu einrichten müsst. Benachrichtigungen gelangen bedingt vom sicheren Ordner zu Eurem Hauptprofil. Ein üppiges Einstellungs-Menü erleichtert das Festlegen Eurer gewünschten Privatsphäre-Optionen. Im Gegenzug erhaltet Ihr Schutz auf System-Ebene, der auch von findigen Spionen nur schwierig zu knacken ist. Denn die darin enthaltenen Apps und Daten werden gesondert verschlüsselt.

Wie sperre ich Apps auf Huawei/Honor-Smartphones

Die Huawei-Benutzeroberfläche EMUI bietet gleich zwei Sicherheits-Features. Mit dem PrivateSpace legt Ihr eine Art zweiten Benutzer an, der sensible Infos bearbeiten darf. Die App-Sperre funktioniert hingegen wie bei den erwähnten Sperr-Apps. Achtet bei Letzterer Auch darauf, den Play Store zu sperren, damit Unbefugte zum Beispiel nicht einfach eine andere Galerie-App installieren, um auf Eure Bilder zugreifen zu können. Leider lassen sich über das Bord-Mittel nicht die Einstellungen sperren.

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Huawei-Smartphones bieten zwei vorinstallierte Sicherungsmethoden. / © Screenshots: AndroidPIT

Bei Huaweis Private Space werden Bilder, Daten und Apps vom Hauptnutzer gekapselt. Allerdings ruft Ihr diesen Space nicht in Form einer App auf. Zum Starten des geschützten Bereiches nutzt Ihr auf dem Sperrbildschirm einfach einen anderen Finger als für Euer Hauptprofil. De facto handelt es sich hierbei um ein zweites Android-Nutzerprofil.

Wie sperre ich Apps auf LG-Smartphones

Bei LG-Smartphones gibt es derzeit keine Möglichkeiten, mit Bordmitteln bestimmte Apps zu sperren. In den Einstellungen gibt es unter Allgemein – Sperrbildschirm & Sicherheit lediglich die Inhaltssperre. Mit der ist es möglich, Bilder in der Galerie und Notizen in LGs Notizapp abzusichern, aber nicht die Anwendung an sich. Die Dateien werden quasi abgeriegelt und sind auch nicht mit anderen Apps einsehbar.

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Bei LG lassen sich nur Bilder und Notizen wegsperren. / © Screenshots: AndroidPIT

Das ist allerdings vergleichsweise umständlich. Zunächst müsst Ihr in der Galerie-App das Menü in der rechten oberen Ecke aufrufen, dort Sperren auswählen und anschließend entsprechende Dateien markieren. Wollt Ihr die Bilder wieder einsehen, müsst Ihr im Startbildschirm der App Gesperrt Dateien anzeigen über das gleiche Menü auswählen und müsst dann die vorher festgelegte PIN oder das Entsperrmuster eingeben.

3. Android-Features zum Sperren von Apps

Anders als Apps funktionieren die Bordmittel von Android zuverlässig. Je nach Herstelleraufsatz unterscheidet sich jedoch deutlich, wie die von Google in Android integrierten Features implementiert wurden.

Legt einen Nutzer oder ein Gast-Konto an

Wenn für Euch die oben genannten Apps zu unzuverlässig arbeiten oder Ihr ihren Autoren nicht traut, solltet Ihr Optionen des Betriebssystems verwenden. Soll der temporäre Nutzer gar nicht Euer Hauptprofil verwenden, könnt schnell ein Gastkonto oder ein zweites Nutzerkonto auf Eurem Smartphone anlegen. Das macht Ihr über die Einstellungen. Geht dort auf System, tippt auf Erweitert und anschließend auf Mehrere Nutzer.

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Tippt auf eines der Icons unter den Schnelleinstellungen und fügt einen Nutzer hinzu. (Android 9) / © AndroidPIT

Der neue Nutzer ist einfach angelegt. Anschließend erscheint in der ausgeklappten Benachrichtigungs-Leiste ein User-Symbol, über das Ihr den Nutzer ganz leicht wechseln könnt. Der Gast …

  • hat sein eigenes oder gar kein Google-Konto,
  • darf wenn überhaupt nur Apps aus dem Play Store installieren,
  • auf Wunsch nicht telefonieren oder SMS schicken und
  • vor allem nicht auf die Daten der anderen Nutzer zugreifen.

Das beinhaltet natürlich auch Eure Apps. Legt Ihr ihn als Nutzer und nicht als Gast an, könnt Ihr das Handy sogar regelmäßig an einen anderen weitergeben, der seine Daten darauf wie in einem eigenen Safe abspeichern kann. Ihr dürft als Besitzer mit Eurem Hauptprofil jederzeit die anderen Profile löschen, könnt jedoch ohne gültiges Passwort nicht auf deren Daten zugreifen.

Fixiert eine bestimmte App

Vielleicht ist die umgekehrte Logik zu den App-Lock-Apps die richtige für Euch: Legt fest, welche App (Singular!) der andere verwenden darf. Dank der Bildschirmfixierung beherrscht Android ab Werk genau diesen Trick.

Geht dazu in die Einstellungen auf Sicherheit & Standort erweitert die angezeigten Elemente und tippt am unteren Ende auf Bildschirmfixierung. Apps fixiert Ihr, indem Ihr auf die Pin-Nadel in der Task-Übersicht (Android 8) oder auf das App-Symbol und auf Fixieren (Android 9) drückt.

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Heftet Apps mit der Nadel (unten im dritten Screenshot von links) an. / © AndroidPIT

Fixierte Apps lassen sich über das gleichzeitige Drücken der Zurück-Taste und der Multitasking-Taste (alte Navigationsleiste) oder Home-Button und Zurück-Taste zwar wieder lösen. Dann fragt Android jedoch nach dem Muster für die Bildschirmsperre oder der PIN, falls Ihr das so eingestellt habt. Also sind prinzipiell all Eure Apps gesperrt, außer eben der fixierten.

Besonders praktisch: In diesem Modus könnt Ihr den Bildschirm aus- und später wieder einschalten, und das Smartphone startet ohne Sperrbildschirm direkt in der angehefteten App. Wollt Ihr Eure Kinder also mit Eurem Smartphone zum Pokémon-GO-Spielen losschicken, wäre das eventuell eine sichere Methode.

Nutzt die App-internen Mechanismen

Einige Apps haben einen eigenen Sperrmechanismus, darunter bestimmte Notiz-Apps oder auch WhatsApp und Signal und natürlich Banking-Apps. Dafür braucht Ihr keine extra App und müsst das jeweilige Programm dennoch immer entsperren. Da die Lösung direkt in die App integriert ist, kann auch niemand einen schnellen Blick erhaschen, bevor der externe App-Lock greift.

Fazit

App-Lock-Apps sind eine witzige Idee, ihre Sicherheitswirkung sollte aber nicht überschätzt werden. Android-Bordmittel oder Hersteller-Features auf System-Ebene greifen tiefer und lassen sich weniger einfach umgehen. Letzteres gilt analog für die Hersteller-Implementierungen.

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