Kalorienverbrauch E-Bike vs Fahrrad: Wer ist hier faul?!

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E-Bikes? Die sind doch nur was für Leute, die zu faul zum echten Radfahren sind! Eine Studie zeigt: Das stimmt so nicht – oder ist da am Ende doch ein Denkfehler drin? Wer ist denn hier nun faul und wer nicht?

Da wären erst einmal die nackten Zahlen aus der Studie, die aus dem Transportation Research Interdisciplinary Perspectives Journal stammt und die auf die Antworten von über 10.000 Teilnehmern aus sieben europäischen Ländern zurückgreift. Und die sind eindeutig: Wer mit dem E-Bike zur Arbeit fährt, verbraucht kaum weniger Kalorien, als wenn es ein normales Fahrrad ohne Motor wäre. So ist der wöchentliche Stoffwechselumsatz (Metabolisches Äquivalent) von E-Biken und Fahrradfahrern ziemlich vergleichbar (4.463 vs. 4085). Der absolute Wert ist beim E-Bike sogar um rund gut neun Prozent höher als beim Fahrrad.

Aber Moment: Es kann doch nicht sein, dass das Fahren mit Motorunterstützung mehr sportlichen Effekt hat als ohne? Das widerspricht dem gesunden Menschenverstand – allerdings auch der Studie. Die bezieht nämlich die tägliche Distanz, in der Regel zur Arbeitsstelle, mit ein. Die ist bei E-Bike-Fahrern mit 8 Kilometer gegenüber 5,3 Kilometer beim normalen Fahrrad deutlich höher.

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Mit dem Elektrofahrrad ist also die Schmerzgrenze für die tägliche Pendelstrecke einfach eine andere. Wer einen Motor als Hilfe zu der eigenen Muskelkraft unter dem Hintern hat, nimmt im Schnitt eine anderthalb mal so lange Strecke für das Rad in Kauf. Würden Radler und E-Biker die identische Strecke zurücklegen, wäre der Kalorienverbrauch und damit der sportliche Effekt mit dem Fahrrad natürlich deutlich höher.

Faule fahren Elektrofahrrad? Nein!

Also sind die Elektro-Radler doch wieder die faulen Säcke? Nein, ganz offensichtlich nicht. Sie steigen weniger schnell ins Auto und legen längere Strecken mit dem Rad zurück. Dadurch verbrauchen sie unter dem Strich der Studie zufolge nicht nur mehr Kalorien, sondern sind auch umweltfreundlicher unterwegs als diejenigen, die schneller zum Autoschlüssel greifen.

Übrigens verbraucht E-Bike-Fahren nicht nur Kalorien, sondern ist auch eine schonende Art des Workouts und damit etwa für Übergewichtige eine empfehlenswerte Art, Sport zu treiben. Eine weitere Studie, die bereits 2017 in Dänemark durchgeführt wurde, kommt zu dem Schluss, dass Radfahren zu einer ordentlichen Fettverbrennung führt. Für die Studie sollten die 130 Probanden sich sechs Monate lang regelmäßig bewegen – eine Gruppe mit dem E-Bike zur Arbeit fahren (14 Kilometer pro Tag), die andere in der Freizeit moderat Sport betreiben, die dritte bekam ein intensives Fitnessprogramm, die vierte verbrachte die Freizeit weiter auf dem Sofa. Das Ergebnis: Die Radfahrer hatten nach den sechs Monaten im Durchschnitt satte 4,5 Kilo mehr Fettmasse verloren.

Egal ob mit E-Bike oder Fahrrad: Radfahren hat enorm viele positive Effekte, sowohl für das Individuum als auch die Gesellschaft als Ganzes, etwa beim Platzbedarf, dem Schadstoffausstoß oder den benötigten Ressourcen. Grund genug, über einen Umstieg von vier auf zwei Räder zumindest einmal nachzudenken.

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