Die besten Kamera-Apps für Euer Android-Smartphone

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Warum eine alternative Kamera-App verwenden?

Zahlreiche Smartphones sind bereits mit sehr guten Foto-Apps ausgestattet. Ebenso gibt es viele, die umfangreiche Optionen anbieten, um die Belichtung sowohl manuell zu kontrollieren als auch um die Fotos in Echtzeit zu bearbeiten. Alternative Kamera-Apps haben aber teils neue Funktionen und erweiterte Einstellungsmöglichkeiten. Und genau auf diese Besonderheiten gehen wir in den folgenden Beispielen ein.

Einige, teils gravierende, Nachteile bringen die alternativen Kamera-Apps leider mit sich. So hat Google Änderungen an der Programmier-Schnittstelle vorgenommen, damit Drittanbieter die neuen Kameras mit mehreren Sensoren voll nutzen können. Doch funktioniert das nur mit Geräten mit Android 9 Pie oder jünger; ist also wenn überhaupt nur in Beta-Versionen der Apps verfügbar. Rechnet damit, dass die hier gezeigten Kamera-Apps nicht auf die Weitwinkel- oder Teleoptik zugreifen können. Auch bestimmte HDR-Modi (wie HDR+ bei den Google-Smartphones) sind über die alternativen Kamera-Apps meist ebenfalls nicht verwendbar, da sie in der Kamera-App des Herstellers oder in der Hardware kodiert sind.

Vector Camera: Verfremdung in Echtzeit

Spannende Nachbearbeitungseffekte liefert Euch Vector Camera. Die kostenlose Open-Source-App fokussiert sich auf schrille Farb-Effekte. Ihre Spezialität ist die Live-Vektorisierung. Eure Foto-Motive werden in Echtzeit mit geschlossenen Linien umrandet und verwandeln sich so ein eine künstlerische Zeichnung.

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Vector Camera macht Pseudo-UV-Aufnahmen oder vektorisiert in Echtzeit. / © AndroidPIT
  • Download: Play Store, F-Droid
  • Im Play Store seit: 2018
  • Preis: kostenlos
  • In-App-Käufe: nein

FreeDCam: Volle Codec-Kontrolle für Foto und Video

Ihr wollt mehr Kontrolle über die Ausgabe Eurer Kamera? In FreeDCam legt Ihr fest, wie stark die Fotos komprimiert werden oder mit welchem Codec Videos komprimiert werden sollen.

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Legt in FreeDCam fest, wie Videos komprimiert werden sollen. Das erspart Euch verlustreiches Transkodieren. / © AndroidPIT
  • Download: Play Store, F-Droid
  • Im Play Store seit: 2015
  • Preis: kostenlos
  • In-App-Käufe: nein

HedgeCam 2: Modifiziert die Bildverarbeitung (HDR und Co.)

Ähnlich wie FreeDCam liegt der Fokus der kostenlosen HedgeCam 2 auf manueller Kontrolle. Hier könnt Ihr nicht nur die Kompression variieren, sondern auch die Logik des High-Dynamic-Range-Algorithmus festlegen. Sein Vorgänger HedgeCam ist eine Weiterentwicklung der unten gezeigten Open Camera. Besonders in Sachen Nutzerfreundlichkeit ist HedgeCam 2 die deutlich bessere Kamera-App.

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Hedgecam 2 gibt Euch manuelle Kontrolle über Bildoptimierungen. / © AndroidPIT
  • Download: Play Store
  • Im Play Store seit: 2018
  • Preis: kostenlos
  • In-App-Käufe: ja, bloß als freiwillige Spende an den Entwickler

Photoshop Camera: bald verfügbar

Adobe hat im November 2019 einen Beta-Test der Kamera-App für Android gestartet. Ihr könnt Euch anmelden und die App bereits kostenlos ausprobieren. Details dazu verraten wir im separaten Artikel:

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Adobes Kamera-App ist in den Startlöchern. / © Adobe, Montage: AndroidPIT
  • Download: Beta-Anmeldung
  • Im Play Store seit: ~ noch nicht verfügbar
  • Preis: noch unbekannt
  • In-App-Käufe: noch unbekannt

Open Camera: Volle Kontrolle

Bei Open Camera handelt es sich um eine kostenlose Open-Source-Kamera-App. Die Bedienoberfläche ist auf den ersten Blick simpel gehalten. Neben ein paar allgemeinen Infos, etwa wie viel Gerätespeicher noch frei ist oder der Uhrzeit, seht Ihr noch den virtuellen Auslöser für Fotos und Videos sowie einige Optionen. Open Camera kann Euch anzeigen, in welchem Winkel Ihr Euer Smartphone gerade haltet – zusammen mit den optional einblendbaren Hilfslinien sorgt Ihr so für die beste Perspektive.

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Open Camera / © Screenshot: AndroidPIT

Im Nebenmenü stehen Euch dann aber zahlreiche weitere Optionen zur Auswahl, was beispielsweise bei Smartphones helfen kann, die nur eine Kamera-App ohne manuellen Modus besitzen. Eine der Optionen ist der Belichtungsregler (Exposure). Hilfreich ist auch das Schloss-Symbol für die Belichtungssperre. Diese hilft bei Gegenlichtaufnahmen.

VSCO: für Eure Filter-Bubble

VSCO ist eine spannende Mischung aus Kamera-App, Filtern, Bildbearbeitung und künstlerischem Social Network. Die App ist ungewöhnlich gestaltet und wirkt zunächst auf die simpelsten Funktionen beschränkt. Nach der Aufnahme oder dem Import eines Bildes stehen dem Anwender allerdings neben zahlreichen Filtern – eine Menge davon kostenpflichtig – auch jede Menge Optionen zur Bildbearbeitung zur Verfügung, um ein Foto so zu verändern, dass der gewünschte Look erreicht wird.

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Minimalistische Optik, aber viel dahinter – das ist VSCO. / © AndroidPIT

Innerhalb von VSCO kann der Anwender seine Fotos mit der Community teilen. Wie andere Social Networks erlaubt es auch VSCO, sich mit den eigenen Freunden, Bekannten und Kontakten zu vernetzen, um gemeinsam Bilder bestaunen zu können. Die App selbst und viele grundsätzliche Optionen sind kostenlos. Es gibt jedoch viele In-App-Käufe und Möglichkeiten, sein Geld bei VSCO auszugeben. Die Filter und Presets, die VSCO für bis zu 59 Dollar verkauft, sind auch mit anderer Software nutzbar, etwa Adobe Lightroom oder Camera Raw.

Camera MX: Blick in die Vergangenheit

Die App Camera MX von Magix bringt eine ganze Reihe von Features und Optionen mit, die vor allem ambitionierte Fotografen zu schätzen wissen dürften. Doch auch Anfänger sollten sich nicht abschrecken lassen und Camera MX einmal ausprobieren, denn Szenen, Filter und ähnliche Funktionen hat Magix ebenfalls integriert. Video-Filmer werden sich über die leicht einstellbare Zeitrafferfunktion freuen.

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Camera MX von Magix hat jede Menge Optionen und Features. / © AndroidPIT

Eines der spannendsten Features von Camera MX nennt sich “Shoot the Past”. Damit zeichnet das Smartphone nicht nur ein einzelnes Bild auf, sondern auch einige Sekunden davor. Der Nutzer kann danach auf dem Touchscreen genau auswählen, welcher Moment gespeichert werden soll. Das ist vor allem für Szenen mit viel Bewegung sehr hilfreich und erinnert an das Motion-Feature der Pixel-Smartphones oder Live-Pics des iPhones.

A Better Camera: verzeiht Eure Fehler

A Better Camera will, wie der Name schon sagt, eine bessere als die auf vielen Smartphones vorinstallierte Kamera sein. Die App bietet eine Reihe interessanter Funktionen, darunter Gruppenselfies, Burst-Modi und die Möglichkeit, unerwünschte Objekte einfach aus Bildern zu entfernen sowie die Möglichkeit, Fokus- und Belichtungsmessung von separaten Punkten aus zu verwenden. Es gibt auch eine nützliche Option, die wie Googles “Top Shot”-Feature funktioniert. Hier werden mehrere Bilder aufgenommen, aus denen Nutzer anschließend das Beste wählen können.

Auch die sofortige Nachbearbeitung ist innerhalb der App möglich und Videos können mit Echtzeit-HDR aufgenommen werden. Leider sind viele der besten Funktionen nur über den Kauf verfügbar, so dass sich A Better Camera manchmal ein wenig wie ein lästiges Free-to-Play-Spiel anfühlt.

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A Better Camera bietet einige coole Funktionen, für die man aber auch schon mal Geld in die Hand nehmen muss. / © AndroidPIT

Wenn Ihr viele Fotos macht und bereit seid die kleine Investition zu tätigen, dann macht die Kamera-App ihrem Namen alle Ehre. Wenn Ihr Aufnahmen nach dem Knipsen direkt bearbeiten möchtet, müsst Ihr aber die Begleit-App namens A Better Editor installieren.

Cymera: ab in die Maske!

Cymera ist die perfekte App für die Generation Selfie. Mit den integrierten Filtern, Beauty-Optionen und Möglichkeiten zur Nachbearbeitung könnt Ihr noch schickere Selbstportraits von Euch machen.

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Cymera bietet jede Menge Features für das perfekte Selfie. / © AndroidPIT

Doch Cymera kann mehr als nur Selfies. Die App beinhaltet eine eigene Galerie, zahlreiche Optionen zum Bearbeiten Eurer Fotos und viele Möglichkeiten, mit der Kamera herum zu spielen.

Google Kamera (Port): Bestes HDR und Kugel-Panoramen

Einsteigerfreundlich, schnell und exklusiv: So fällt die Kurzzusammenfassung der Google Kamera aus. Aber da ist mehr: Im Play Store ist die App mittlerweile Google-exklusiv, denn sie bietet Nexus- und Pixel-Smartphones die HDR+-Funktionalität. Dieser ist ein besonderer HDR-Modus, der mehrere verschieden belichtete Bilder zu einem einzigen zusammenrechnet.

Für die meisten Smartphones ist die Kamera-App eher nicht empfehlenswert – zumindest nicht die Version im Play Store. Findige Entwickler haben es geschafft, HDR+ auf anderen Smartphones mit Qualcomm-Chip freizuschalten (zu “portieren”). Dank dieser modifizierten App-Versionen könnt Ihr mit Nicht-Google-Smartphones HDR-Fotos knipsen und einige andere Features nutzen.

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Mit dem neuen UI ist die Google-Kamera etwas intuitiver zu benutzen. / © AndroidPIT

Ihr könnt Bilder als Panorama und als Photo Sphere aufnehmen. Letztere ist ein begehbares Kugel-Panorama, das Ihr mit der passenden Fotos-App über die Bewegungssensoren betrachten könnt; wenngleich 360-Grad-Kameras für derartige Aufnahmen aber besser geeignet sind.

Doch es ist etwas Eigenrecherche gefragt: Es gibt inzwischen unzählige verschiedene App-Versionen und nicht alle funktionieren gleich gut. Vielleicht gibt es eine für Euer Smartphone angepasste Variante der Google-Kamera. Falls ja, werdet Ihr auf der entsprechenden Hub-Page bei den XDA-Developers fündig.

Habt Ihr weitere Tipps für gute Kamera-Apps? Nennt uns Eure bevorzugte App in den Kommentaren!


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